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Südamerika

Brasilien will Freihandelszone mit EU vorantreiben

Brasilien möchte möglichst bis zum Jahresende die Verhandlungen um eine Freihandelszone mit der EU abschliessen. Im Kontrast zu dem Wunsch nach einem schnellen Abschluss stehen die Forderungen der Südamerikaner, die im Agrarsektor immer umfangreicher werden.
Die wichtigsten brasilianischen Exportgüter sind Sojabohnen und Sojaschrot.

Die Verhandlungen der EU mit den südamerikanischen Mercosurländern um den Freihandel ruhen seit Oktober 2004. Nachdem nun die Doha-Runde der WTO auf Eis liegt, richtet sich das Interesse wieder verstärkt auf bilaterale Handelsabkommen.

Einen Vorstoss hat jüngst Brasilien gemacht, der am 8. september 2006 in Brüssel im Handelspolitischen Ausschuss des EU-Ministerrates diskutiert wurde. Brasilien hat nicht nur zurzeit den Vorsitz des südamerikanischen Handelsblocks Mercosur inne, dort stehen auch Präsidentschaftswahlen an. Dem Amtsinhaber Luiz Inácio "Lula" da Silva liegt deshalb viel an einem handelspolitischen Erfolg. Ob das jüngste Angebot der Brasilianer die Verhandlungen vorantreibt, ist allerdings zu bezweifeln.

Südamerikaner fordern höhere Kontingente

Die Mengen, für die zollfreie Einfuhrkontingente in die EU gefordert werden, liegen deutlich über dem Angebot der EU. Die geforderten Jahreskontingente für 300’000 Tonnen Rindfleisch und 250’000 Tonnen Geflügelfleisch sind dreimal höher als die Zugeständnisse der EU vom September 2004.

Die von den Mercosurländern geforderten Lieferrechte für 1 Mio. Tonnen Weizen liegen sogar um das Fünffache über dem Angebot der EU. Zusätzlich zu den von der EU zugestandenen 1 Mio. Tonnen Bioethanol verlangen die Brasilianer nun noch ein Kontingent über 200’000 Tonnen Zucker. Die EU hat dagegen die Einfuhr von Bioethanol angeboten, um Zuckerimporte aus Südamerika zu vermeiden.

Für die drastischen Forderungen im Agrarsektor machen die Brasilianer kleinere Zugeständnisse für den Zugang europäischer Autohersteller, Banken, Telekommunikationsunternehmen und Reeder. Die kleinen Verbesserungen im Dienstleistungssektor reichten aber bei weitem nicht aus, hiess es in der Kommission. Auch im Handelsausschuss des EU-Ministerrates wurde mit Kritik an der brasilianischen Initiative gerechnet.


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aiz [11.09.06 17:24]
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