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ACP - Lausanne VD

Faire Preis für regionale Produkte

Die Vertragslandwirtschaft garantiert den Produzenten faire Preise und den Konsumenten Produkte aus der Nähe.
ACP - Lausanne VD

In der regionalen Vertragslandwirtschaft, auf Französisch «agriculture contractuelle de proximité» (ACP), schließen die Konsumenten mit den Produzenten, meist für ein Jahr, einen Vertrag ab, um die Produkte direkt beim Produzenten zu beziehen. In der Westschweiz hat diese Form von Direktverkauf in den letzten Jahren einen grossen Aufschwung erlebt.

Die Lebensmittel-Souveränität spielt bei der Vertragslandwirtschaft eine wichtige Rolle. Das heisst, jede Region soll nach Möglichkeit eigenständig produzieren können - aus wirtschaftlichen und vor allem auch ökologischen und gesellschaftlichen Gründen.

Viele  Projekte

Die bestehenden Angebote sind sehr vielfältig geworden. Sie beinhalten heute sowohl Frisch- oder Lagerprodukte verarbeitet oder unverarbeitet, (Gemüse, Getreide, Früchte, Käse, Fleisch etc.), die entweder wöchentlich, monatlich oder jährlich in Form von Körben geliefert werden. Die Rechtsform und der Ablauf dieser rund 20 Projekte sind unterschiedlich organisiert und hängen von den Initianten des Projektes ab. In der Westschweiz bestehen heute über 5‘000 aktive Verträge zwischen Produzenten und Konsumenten, die von ungefähr 80 Landwirtschafts- oder Gemüsebaubetrieben erfüllt werden.

Stellvertretend für alle Projekt hat sich die 2007 gegründete «Féderation romande de l’agriculture contractuelle de proximité (FRACP)» für den Agropreis 2009 beworben. Bei Natacha Porcher, die ihr Masterstudium mit einer Arbeit zum Thema «Situation und Funktionieren von Initiativen der regionalen Vertragslandwirtschaft in der Romadie» abgeschlossen hat, laufen die Fäden der Vereinigung FRACP zusammen. Das Ziel der Vereinigung ist der Informationsaustausch zwischen den Projekten, die gemeinsame Promotion für die regeionale Vertragslandwirtschaft und der Erfahrungsaustausch.

Das Pionier-Projekt

1978 war die Genossenschaft «Les Jardins de Cocagne», die Schlaraffengärten, im Genfer Dorf Sézegnin das erste Projekt im Sinn von Vertragslandwirtschaft in der Schweiz. Innerhalb des Projekts wird während 45 Wochen im Jahr Gemüse vermarktet. Heute sind 400 Haushalte daran beteiligt.  Das Wesentliche an der Vertragslandwirtschaft sei kulturell, sozial sagt Raeto Cadotsch, der zu den Gründern von «Les Jardins de Cocagne» gehört im Mai gegenüber der «WOZ Die Wochenzeitung». Das bedeutet auch eine Neuordnung der Beziehungen. Häufig ist nämlich im Vertrag geregelt, dass die Konsumenten, welche die Produkte kaufen, auch eine bestimmte Anzahl Stunden oder Tage beim Säen,  Jäten, Ernten oder Verpacken helfen.

Faire Preise

Im Zentrum der Philosophie stehen die nachhaltige Entwicklung und die Förderung einer regionalen Landwirtschaft mit qualitativ hochstehenden Nahrungsmitteln zu fairen Preisen. Dabei soll die Arbeit der Produzenten korrekt entschädigt und Rücksicht auf die Produktionskosten und -risiken genommen werden. Im Projekt «Le Jardin des Charrotons» kostet ein Gemüsekorb, der wöchentlich geliefert wird, im Durchschnitt 25 Franken. «Je nach Saison sind darin fünf bis zwölf Kilogramm Gemüse enthalten», erklärt Sandra Baeriswyl. Sie pachtete 2007 zusammen mit Irène Anex und Daniel Holzer von einem pensionierten Gemüsebauer in Confignon nahe der Stadtgrenze Genfs dessen Anlage mit zwei Hektaren Nutzfläche. «Für Projekte mit Vertagslandwirtschaft ist die Nähe zwischen der Stadt und dem Feld von Vorteil», sagt Sandra Baeriswyl. Insbesondere nahe den Städten Lausanne und Genf sind mehrere Projekte am laufen. In der Deutschschweiz sind vertragslandwirtschaftliche Projekte selten. Natacha Porcher von der FRACP betont aber: «Wir wünschen  uns mit neuen Projekten in  der Deutschschweiz zusammen zu arbeiten.»

www.fracp.ch


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