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Die Tiere stehen in der KB-Station Wängi. Mastferkelproduzenten können ab sofort Sperma von DanZucht-Ebern beziehen. Voraussetzung hierfür ist die Unterzeichnung einer Liefervereinbarung, worin sich der Produzent verpflichtet, dass die erzeugten Tiere nur zu Mastzwecken verwendet werden.
Die rotbraune Rasse stammt ursprünglich aus den USA und ist während vieler Jahre zur Erzeugung von robusten Kreuzungssauen in amerikanischen Freilandhaltungsbetrieben genutzt worden. In den Siebzigerjahren sind dänische Schweinezüchter auf diese Rasse aufmerksam geworden. Überzeugt haben vor allem Robustheit, starker Körperbau, massive Beine, hervorragende Fleischqualität und optimale Werte in der Fleischmarmorierung. Es gelang den Dänen, durch eine kompromisslose Zucht- und Selektionsstrategie die einst als Robustrasse bekannte Duroc genetisch zu verändern und sie zu einer hervorragenden und klassischen Endstufen- oder Vaterrasse umzuzüchten.
Duroc statt Hampshire
Die neue Verordnung über die Einfuhr von Zuchttieren und Sperma Mitte der Neunzigerjahre brachte einiges in Bewegung. Die Infrastruktur zur Herkunftsprüfung an der Mast- und Schlachtleistungsprüfanstalt (MLP) zur Sichtbarmachung der Leistungseigenschaften von verschiedenen Rassen und deren Kreuzungen wurde stark genutzt. 1995 kaufte die schweizerische Besamungsorganisation Suissem zusammen mit einem privaten Schweinezüchter weibliche und männliche Duroc in Dänemark.
Die Dänen waren sehr zurückhaltend mit Zuchttierverkäufen aus ihrem Programm. Es lag damals schon nicht in ihrem Interesse, ihre wertvolle Genetik frei zu verkaufen. Ein Jahr später gelang einem weiteren Züchter ein Deal mit einem dänischen Zuchtunternehmen. Seither werden in der Schweiz reinrassige Duroc auf hohem Leistungsniveau gezüchtet. Die hervorragenden Ergebnisse bei der Endproduktprüfung von Nachkommen der damals importierten Duroc-Eber drängten den zu dieser Zeit in verschiedenen Kreuzungsprogrammen verwendeten Hampshire-Eber allmählich ab.
Vaterrasse Nummer 2
In der Schweiz werden in drei Zuchtbetrieben Duroc-Eber erzeugt. Die Population ist zu klein für eine eigenständige Zucht. In den letzten Jahren konnten die Leistungen nur dank erfolgreichen Spermaimporten aus Amerika und Irland hoch gehalten werden. Die Beschaffung von Hochleistungstieren für die künstliche Besamung (KB) wird zunehmend schwieriger. Der Zugang zur Spitzengenetik ist bald nur noch auf vertraglicher Regelung mit internationalen Zuchtunternehmen möglich. Die Rasse Duroc hat sich in der Schweiz seit Mitte der Neunzigerjahre zur zweitwichtigsten Vaterrasse entwickelt. 15% der anfallenden Mastschweine haben als Vater einen Duroc.
Leider ist es nicht möglich, Sperma oder Zuchttiere aus Dänemark für die Weiterzucht in den schweizerischen Duroc-Herden zu bekommen. Die Dänen haben inzwischen aber ihre Strategie bezüglich des Verkaufs von Ebern für die reine Mastferkelproduktion neu definiert, und die Suisag konnte eine Gruppe junger Duroc-Eber für den Einsatz in ihren Besamungsstationen kaufen. Damit bleibt das KB-Angebot attraktiv, die dänische Duroc-Genetik kann unter den schweizerischen Bedingungen eingesetzt und über die Endproduktprüfung getestet werden. Somit sind die Resultate mit unseren eigenen Endstufenebern vergleichbar. In einer mit dem dänischen Schweineproduzentenverband (Dansk Svineproduktion DSP) unterzeichneten Vereinbarung sind die Bedingungen für den Verkauf von Sperma von DanZucht-Ebern aus Suisag-Stationen geregelt worden.
Darin ist u.a. festgehalten, dass Sperma dieser Eber nur zu Mastzwecken verwendet werden darf. Ebenso sind die Lizenzgebühren, welche aufgrund der verkauften Spermadosen der DSP zu entrichten sind, vereinbart. Diesen Vertrag haben auch die Mastferkelerzeuger zu unterzeichnen, welche Sperma von DanZucht-Ebern einsetzen möchten. Das Leistungsprofil der DanZucht-Eber dürfte sich vermutlich in den etwas höheren Masttageszunahmen auf den Mastbetrieben zeigen. Eine höhere Fleischmenge wird kaum erwartet. Ein etwas stärkerer Kreuzungseffekt könnte die Vitalität der Ferkel von Duroc-Ebern positiv beeinflussen.
Tägliche Sprechstunde
Einführung und Einsatz der dänischen Duroc-Genetik in der Schweiz verlangen hohe Sorgfaltspflicht. Die DSP wird diesen Einsatz durch Stichproben mittels DNA-Tests in den Mastferkelbetrieben überprüfen. Bei Widerhandlung bei den Regeln müssen Schadenersatz und hohe Geldstrafen bezahlt werden. Mastferkelproduzenten, die interessiert sind an Sperma von DanZucht-Ebern, können sich auf telefonische Anmeldung hin zu einer Sprechstunde anmelden. Die Sprechstunden dienen zur Besprechung und Unterzeichnung der Vereinbarung für den Einsatz von DanZucht-Genetik.