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Waldbrände

Schweiz nicht abhängig von Getreideimporten aus Russland

Die Schweiz dürfte das von Russland per Mitte August erlassene Getreide-Exportverbot kaum zu spüren bekommen. Die Einfuhrmengen sind vernachlässigbar klein. Die protektionistische Haltung des Bundes schützt das Land zudem vor kurzfristigen Preiserhöhungen.
Ein Bauer auf den Überresten seines verbrannten Hauses in Laskovo, 270 km südöstlich von Moskau. / key

«Meines Wissens gibt es keine Importe aus Russland oder es werden  nur sehr geringe Mengen eingeführt», sagte Olivier Sonderegger,  Geschäftsführer des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes  (SGPV) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Gemäss der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hat die Schweiz  2009 lediglich 21 Tonnen Getreide aus Russland importiert. Zum  Vergleich: Aus Deutschland kamen im selben Zeitraum 165'000 Tonnen.

Beim Weizen spielen russische Importware eine noch geringere  Rolle. 39 Kilogramm aus Russland wurden eingeführt - gegenüber  115'230 Tonnen aus Deutschland, wie Isabelle Staub von der EZV sagte.

Schweiz unabhängig von Importen

Die Schweizer Produktion kann 95 bis 100 Prozent des Bedarfes an  konventionell produziertem Getreide abdecken. Für die Versorgung sei  deshalb nichts zu befürchten, sagte Sonderegger. Nur der Bedarf an  Bio-Getreiden werde mit Importen gestillt.

Die Schweiz ist derzeit auch geschützt gegen den Anstieg des  Weizenpreises, wegen ihrer protektionistischen Politik. Die  Einflüsse der Preise im internationalen Markt seien auch geringer,  weil «wir praktisch den ganzen Bedarf des Marktes abdecken», wie  Sonderegger betont.

Langfristig wollte er Preisanstiege aber nicht ausschliessen.  «Der Preisanstieg auf dem Weltmarkt könnte die Preise leicht nach  oben ziehen.»

Preise nach unten gerutscht

Bei der Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Weizen geben  Experten trotz der jüngsten Preisexplosion Entwarnung. An der Börse  entspannte sich die Lage. Gewinnmitnahmen erwischten Anleger, die  immer noch auf steigende Kurse gesetzt hatten, auf dem falschen Fuss.

Sie waren zu Verkäufen gezwungen und verstärkten damit den  Kursrutsch. Am Montag lag Weizen mit 6,85 Dollar je Scheffel (rund  35 Liter) knapp 19 Prozent unter dem Hoch vom Freitag. Dies ist der  drastischste Preisverfall seit mehr als 14 Jahren.

Laut Prognosen des auf Landwirtschaft spezialisierten  Analystenhauses SovEcon verringert sich die russische Weizenernte in  der laufenden Saison wegen der Jahrhundert-Dürre auf 43 bis 44  Millionen Tonnen. 2009 waren es 61,7 Millionen Tonnen gewesen.

Vergangene Woche hatte der russische Ministerpräsident Wladimir  Putin wegen der befürchteten Ausfälle einen vorübergehenden  Exportstopp angekündigt. Gelten soll dieser vom kommenden Sonntag an  (15. August). Russland ist der weltweit drittgrösste Exporteur von  Weizen.


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sda/Reuters [09.08.2010 18:20]
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