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«Meines Wissens gibt es keine Importe aus Russland oder es werden nur sehr geringe Mengen eingeführt», sagte Olivier Sonderegger, Geschäftsführer des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Gemäss der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hat die Schweiz 2009 lediglich 21 Tonnen Getreide aus Russland importiert. Zum Vergleich: Aus Deutschland kamen im selben Zeitraum 165'000 Tonnen.
Beim Weizen spielen russische Importware eine noch geringere Rolle. 39 Kilogramm aus Russland wurden eingeführt - gegenüber 115'230 Tonnen aus Deutschland, wie Isabelle Staub von der EZV sagte.
Schweiz unabhängig von Importen
Die Schweizer Produktion kann 95 bis 100 Prozent des Bedarfes an konventionell produziertem Getreide abdecken. Für die Versorgung sei deshalb nichts zu befürchten, sagte Sonderegger. Nur der Bedarf an Bio-Getreiden werde mit Importen gestillt.
Die Schweiz ist derzeit auch geschützt gegen den Anstieg des Weizenpreises, wegen ihrer protektionistischen Politik. Die Einflüsse der Preise im internationalen Markt seien auch geringer, weil «wir praktisch den ganzen Bedarf des Marktes abdecken», wie Sonderegger betont.
Langfristig wollte er Preisanstiege aber nicht ausschliessen. «Der Preisanstieg auf dem Weltmarkt könnte die Preise leicht nach oben ziehen.»
Preise nach unten gerutscht
Bei der Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Weizen geben Experten trotz der jüngsten Preisexplosion Entwarnung. An der Börse entspannte sich die Lage. Gewinnmitnahmen erwischten Anleger, die immer noch auf steigende Kurse gesetzt hatten, auf dem falschen Fuss.
Sie waren zu Verkäufen gezwungen und verstärkten damit den Kursrutsch. Am Montag lag Weizen mit 6,85 Dollar je Scheffel (rund 35 Liter) knapp 19 Prozent unter dem Hoch vom Freitag. Dies ist der drastischste Preisverfall seit mehr als 14 Jahren.
Laut Prognosen des auf Landwirtschaft spezialisierten Analystenhauses SovEcon verringert sich die russische Weizenernte in der laufenden Saison wegen der Jahrhundert-Dürre auf 43 bis 44 Millionen Tonnen. 2009 waren es 61,7 Millionen Tonnen gewesen.
Vergangene Woche hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin wegen der befürchteten Ausfälle einen vorübergehenden Exportstopp angekündigt. Gelten soll dieser vom kommenden Sonntag an (15. August). Russland ist der weltweit drittgrösste Exporteur von Weizen.