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Im Toggenburg, auf knapp 900 m.ü.M., bewirtschaftet Jakob Scherrer mit seiner Familie einen 26-ha-Futterbaubetrieb. Am Donnerstag war der Landwirt zudem Gastgeber für die vielen Teilnehmer der Futterbautagung der AGFF (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus) und des Landwirtschaftlichen Zentrums St.Gallen LZSG. Trotz des misslichen Wetters fanden diese den Weg nach Nesslau SG in ein Gebiet, in dem der Futterbau vorherrschend ist. So auch bei Jakob Scherrer, der 60 Stück Vieh, darunter 17 Milchkühe, hält und dieses auch alpt. Doch Scherrer, dessen Hof auf der Schattseite liegt, hat wie wohl fast alle seine Berufskollegen auch Mühe, den Wiesen gutes Futter abzugewinnen, Unkräuter fernzuhalten und die Pflanzenbestände zu optimieren. Zu all diesen Themenkomplexen versuchte die Fachtagung deshalb Ideen, Erkenntnisse und Lösungsansätze zu vermitteln.
Schädlicher Regenwurm
Noch kaum Bekämpfungsmöglichkeiten kennt man bei einem Schädling, der auf den ersten Blick eigentlich gar keiner ist. Der Schwarzkopfregenwurm ist wie seine «normal braunen» Verwandten ein Regenwurm, und solche sind bekanntlich Nützlinge und wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. Doch der Wurm, der tatsächlich einen schwarzen Kopf hat, wurde ins Toggenburg eingeschleppt und ist dort sehr aktiv. Das ist auch sein grösstes Problem: er produziert riesige, bis zu 10cm grosse Kothaufen, die bei feuchter Witterung den Boden schmierig machen und das Weiden und die Mähnutzung erschweren. «Das Befahren solcher Flächen kann gefährlich werden», warnte Anita Philipp vom LZSG, «und das Futter wird von den Kühen nicht mehr gern gefressen.» Letztes Jahr waren auf 100 Betrieben in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Glarus Probleme bekannt, rund 400 ha sind betroffen.
Verbreitung via Erde
Mittlerweile weiss man, wie der im Mittelland heimische Wurm, der dort keine Schäden verursacht, ins Toggenburg gelangte: In Wurzelballen von Heckenstauden, die rund um ein Ferienhaus gepflanzt wurden, gelangte er vor rund 60 Jahren aus dem Mittelland ins Obertoggenburg. Seither breitet er sich in allen Richtungen aus, indem er pro Jahr zwischen fünf und zehn Metern wandert. «Der Schwarzkopfregenwurm kann nicht direkt bekämpft werden», musste Hans Rudolf Oberholzer vom Agroscope Reckenholz-Tänikon eingestehen. Doch soll in einem Projekt in den nächsten Jahren untersucht werden, welche Massnahmen und Empfehlungen am erfolgversprechendsten sind. Bis zu den Resultaten kann Oberholzer einzig diese Tipps geben: «Um die Verschleppung zu verhindern, sollen kein Humus und keine Pflanzen mit Wurzelballen von betroffenen Betrieben oder vom Tal- ins Berggebiet verbracht werden.»