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Kräuteranbau

Ein durchschnittliches Kräuterjahr 2010

Der trockene Start und die nasse Fortsetzung der Saison machen den Kräuterproduzenten etwas zu schaffen. Die laufende Saison wird den Schweizer Kräuterproduzenten als mittelmässiges Jahr in Erinnerung bleiben.
Fachsimpeln im Minzefeld. Die Schweizer Kräuterproduzenten trafen sich am Freitag auf dem Betrieb von Alois und Martin Theiler in Hergiswil bei Willisau LU. / Markus Spuhler

Die mit den Abnehmern ausgemachte Vertragsmenge wird man zwar   liefern können, doch der trockene Frühling und der nasse Sommer  führten zu Schwierigkeiten. Der Unkrautdruck war in den gesäten Kulturen gross  und verlangte einen überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand.

Hoher Unkrautdruck

Letzten Freitag trafen sich die Arznei- und Gewürzmittelproduzenten in Hergiswil LU  zum Erfahrungsaustausch und zur Generalversammlung ihres Vereins Arge (siehe Kasten).

Die Forschergruppe von Agroscope ACW Conthey, die den Kräuteranbau wissenschaftlich begleitet, präsentierte ihre neuesten Erkenntnisse.  Zeitpunkt und Höhe des letzten Ernteschnitts vor dem Winter etwa haben bei verschiedenen Kräuterarten einen entscheidenden Einfluss auf die Frostempfindlichkeit und den Wiederaustrieb im Frühjahr. «Bei Thymian und Salbei ist es wichtig, den letzten Schnitt relativ früh, also je nachdem etwa Mitte September, und relativ hoch, nämlich rund 15cm, zu machen» erklärt Christoph Carlen, Leiter der Forschungsstation Conthey von Agroscope ACW.

Wichtiger letzter Schnitt

Die ACW-Forscher haben weiter herausgefunden, dass Melisse anders als Salbei und Thymian  weniger empfindlich ist gegen einen späten letzten Schnitt. Sie empfehlen deshalb also bei Arbeitsengpässen im September Thymian und Salbei den Vortritt zu lassen, während man mit der letzten Melisseernte durchaus noch bis Anfang Oktober warten könne.
Mit einem solch frühen und hohen Schnitt nimmt man zwangsläufig  eine geringere Erntemenge in Kauf. Ob das geringere Frostrisiko  und die höhere Vitalität der Pflanzen im Frühjahr diesen Verlust ausgleichen, kann Carlen noch nicht abschliessend beurteilen,  da der Versuch erst ein Jahr läuft. «Im weiteren Verlauf werden wir diese Frage beantworten können.»

GV des Vereins ARGE

Die Schweizerische Arbeitsgruppe zur Förderung des Kräuteranbaus im Berggebiet (Arge)  koordiniert seit 25 Jahren den Absatz und die Produktion von Arznei- und Gewürzkräutern. Letzten Freitag  führte sie ihre 23. Generalversammlung durch. Die Kräuterproduzenten blickten auf ein erfreuliches Kräuterjahr 2009 zurück. Die warmen Temperaturen führten jedoch zu bisher unbekannten Problemen mit Eulenraupen und Distelfaltern. Vizepräsident Alois Theiler aus Hergiswil LU gab nach langjähriger Tätigkeit seinen Rücktritt bekannt. Seine Aufgaben in der Arge übernimmt sein Sohn Martin.   Letztes Jahr hat die Arge gemeinsam mit  Mediplant und Ricola die Frima Mediseeds GmbH gegründet, um den Handel und die Produktion des in der Schweiz benötigten Käutersaatgutes zu organisieren. 



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Markus Spuhler [17.08.2010 13:49]
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