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Die mit den Abnehmern ausgemachte Vertragsmenge wird man zwar liefern können, doch der trockene Frühling und der nasse Sommer führten zu Schwierigkeiten. Der Unkrautdruck war in den gesäten Kulturen gross und verlangte einen überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand.
Hoher Unkrautdruck
Letzten Freitag trafen sich die Arznei- und Gewürzmittelproduzenten in Hergiswil LU zum Erfahrungsaustausch und zur Generalversammlung ihres Vereins Arge (siehe Kasten).
Die Forschergruppe von Agroscope ACW Conthey, die den Kräuteranbau wissenschaftlich begleitet, präsentierte ihre neuesten Erkenntnisse. Zeitpunkt und Höhe des letzten Ernteschnitts vor dem Winter etwa haben bei verschiedenen Kräuterarten einen entscheidenden Einfluss auf die Frostempfindlichkeit und den Wiederaustrieb im Frühjahr. «Bei Thymian und Salbei ist es wichtig, den letzten Schnitt relativ früh, also je nachdem etwa Mitte September, und relativ hoch, nämlich rund 15cm, zu machen» erklärt Christoph Carlen, Leiter der Forschungsstation Conthey von Agroscope ACW.
Wichtiger letzter Schnitt
Die ACW-Forscher haben weiter herausgefunden, dass Melisse anders als Salbei und Thymian weniger empfindlich ist gegen einen späten letzten Schnitt. Sie empfehlen deshalb also bei Arbeitsengpässen im September Thymian und Salbei den Vortritt zu lassen, während man mit der letzten Melisseernte durchaus noch bis Anfang Oktober warten könne.
Mit einem solch frühen und hohen Schnitt nimmt man zwangsläufig eine geringere Erntemenge in Kauf. Ob das geringere Frostrisiko und die höhere Vitalität der Pflanzen im Frühjahr diesen Verlust ausgleichen, kann Carlen noch nicht abschliessend beurteilen, da der Versuch erst ein Jahr läuft. «Im weiteren Verlauf werden wir diese Frage beantworten können.»