«Die geschminkten Kühe»
Ueli und Maria Haueter haben ihren Betrieb von Milchwirtschaft und Ackerbau auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Sie sind robust, gutmütig und liefern hochwertiges Fleisch. Doch Züchter Ueli Haueter kennt noch weitere positive Eigenschaften. «Die Aubrac-Kühe haben eine hohe Milchleistung.»
Ueli Haueter bewirtschaftet einen Hof von 20 Hektaren und hält momentan 16 Aubrac-Tiere. / Jacqueline Graber
Diese reiche für die gute Zunahmen der Kälber aus. Zudem seien die Kühe dank ihrer grossen Becken leichtkalbig. Der 58-Jährige bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria und einem Mitarbeiter einen Bauernhof im emmentalischen Hasle-Rüegsau. Vor rund sieben Jahren stellte er seinen Hof von Milchwirtschaft und Ackerbau auf Mutterkuhhaltung um.
Begann mit einem Rind
Angefangen mit fünf trächtigen Rindern, zählt seine Herde heute 16 Kühe, ein Stier und jeweils fünf bis sechs Rinder für die Nachzucht. Mit einem Rind wird der Landwirt demnächst «verreisen». Er kann es an der Beef.ch, dem Weidfäscht am Pfannestiel, ausstellen. «Jetzt übe ich regelmässig mit ihm das Gehen an der Halfter», erzählt der Züchter.
Vertraute Tiere
Täglich holt Haueter die Herde rein in den Boxenlaufstall. «Und im Winter sind sie im Laufhof», erzählt der Bauer, der sich oft bei den Tieren aufhält. Und das zahlt sich aus: Eine Kuh mit einem drei Tage alten Kalb lässt ihn problemlos auf der Weide an sich heran. Andere Kühe kommen sogar auf ihn zu und wollen gekrault werden. Dennoch geht er nie ohne Stock auf die Weide: «Herdenverhalten und Mutterinstinkt sind sehr ausgeprägt, wie übrigens bei allen Mutterkuhrassen.»
Rasse stammt aus dem Zentralmassiv
Die Rasse stammt ursprünglich aus den Bergen von Aubrac, südlich des französischen Zentralmassivs, den Departements von Aveyron, Cantal, Lozère und Haute-Loire. Eine Kuh wiegt bis zu 700 Kilo, ein Stier kann bis zu 1100 Kilo auf die Waage bringen. Das Haarkleid ist einfarbig fahlgelb bis weizengrau. Männliche Tiere sind in der Halspartie, der Vorderpartie sowie im unteren Keulenbereich meist dunkler, gelegentlich sogar schwarz.
Und ein Merkmal ist besonders auffällig. «Der Kopf sieht aus wie geschminkt», sagt Haueter, der als Sekretär des Club Suisse Aubrac fungiert und weiter auf seinem Betrieb durchschnittlich 30 bis 35 Mastmuni hält.
Mutterkühe machen flexibel
Diese werden nach den Richtlinien des Labels Swiss Prime Beef gemästet. Der grösste Teil des Fleisches wird durch diesen Kanal vermarktet, drei bis vier Muni werden ab Hof verkauft.
Angesprochen auf die Vorteile der Mutterkuhhaltung, meint er: «Flexibilität.» Und dank dieser kann Ueli Haueter zusätzlich seiner Arbeit als Lohnunternehmer nachgehen: dem Ausbringen von stichfestem und flüssigem Kieswerkdüngekalk.