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Die Europäische Kommission hat Befürchtungen einer Getreideknappheit in Europa vom Tisch gewischt. Die Lager seien nach zwei guten Jahren gefüllt, hiess es beim zuständigen Verwaltungsausschuss am vergangenen Donnerstag in Brüssel. Man rechne nicht mit Versorgungsschwierigkeiten.
Einen Verkauf von Interventionsbeständen lehnte die Behörde weiter ab. Verwiesen wurde auf eine leichte Entspannung der Futtermittelpreise sowie gute Ernteaussichten für Soja. Ein Kommissionsexperte unterstrich darüber hinaus das negative Signal, das von einem Verkauf der Interventionsbestände während der Ernte ausgehen würde.
Unterdessen haben die Beamten die EU-Getreideernte in ihrer jüngsten Schätzung deutlich nach unten korrigiert: Jetzt sollen noch 279,0 Mio t eingebracht werden. Das wären rund 15,7 t weniger als im vergangenen Jahr. Vor einem Monat war die Kommission noch von 287,3 Mio t ausgegangen.
Regen im August
Angesichts des verregneten Augusts senkten die Experten besonders deutlich ihre Produktionserwartung für Körnermais, nämlich um 4,8 Mio t auf 55,3 Mio t. Das Weichweizenaufkommen dürfte noch 126,8 Mio t betragen, 3 Mio weniger als Ende Juli veranschlagt. Die geschätzte Gersteproduktion wurde um 2,8 Mio t auf 53,4 Mio t gesenkt. Kleinere Anpassungen gab es auch für Hartweizen, Roggen, Hafer und andere Getreidearten.
Weizenexport legt zu
Wie aus den Zahlen der Kommission weiter hervorgeht, haben die EU-Weizenexporte mit dem Beginn der zweiten Augusthälfte kräftig zugelegt: Allein in der Woche zum 24. August wurden nach „Droit Commun“ ohne Erstattungen mehr als 856 000 t Weichweizen auf den Weltmarkt gebracht. Seit dem 28. Juli wurden auf diese Weise 1,75 Mio t Brotweizen verschifft. Gleichzeitig verliessen die EU in diesen vier Wochen 447 000 t Gerste, 72 000 t Weizenmehl, 45 500 t Körnermais, 30 000t Hartweizen sowie 6 000 t Hafer.