schweizerbauer.ch
Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR
ePaper Schweizer Bauer
»Online-Suche:
Getreidemarkt

Neue Brände in Russland - UNO erwartet keine Lebensmittelkrise

Die Feuersbrunst ist zurück in Russland. Nach den schwersten Wald- und Torfbränden der russischen Geschichte sind die Flammen mit voller Wucht neu entbrannt. In einigen Regionen des Landes riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus, meldet sda am Freitag Abend.

Im Süden Russlands sind mindestens acht Menschen ums Leben  gekommen und erneut Hunderte Häuser verbrannt. Wegen der  Feuersbrunst verhängte der Gouverneur des Gebietes Wolgograd  (Stalingrad) in vier Kreisen den Ausnahmezustand. Mehr als 1000  Menschen seien obdachlos, sagte Gouverneur Anatoli Browko am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax.

Etwa 800 Gebäude wurden zerstört, davon etwa 500 Wohnhäuser. Mehr als ein Dutzend Menschen wurde  verletzt. Mehrere Dörfer mussten evakuiert werden.

Brände haben sich verstärkt

 Auch um die Städte Saratow und Pensa gingen viele Gebäude in  Flammen auf. Die russische Staatsanwaltschaft leitete mehrere  Verfahren wegen Brandstiftung ein. Aufgrund der andauernden Hitze und Trockenheit sowie starker Winde hatte sich die Waldbrandsituation in  Russland am Vortag wieder deutlich verschärft, wie das  Zivilschutzministerium mitteilte.

Präsident Dmitri Medwedew kündigte rasche Hilfe an, Regierungschef Wladimir Putin stellte Wiederaufbauhilfe in Höhe von umgerechnet 25 Mio. Euro in Aussicht. Das Innenministerium entsandte laut Itar-Tass mehr als 500 Brandbekämpfer in die betroffenen Regionen.

Vorwurf: Hilfe kommt nicht an
  
Medien berichteten allerdings darüber, dass viele humanitäre  Hilfslieferungen nicht bei den Betroffenen ankämen. Oft würden Beamte die gespendeten Gegenstände entweder selbst an sich reissen oder diese verkaufen, schrieb die Boulevardzeitung «Komsomolskaja  Prawda».

Riesige Landflächen sind verbrannt

Eine beispiellose Hitzewelle hatte im Sommer eine Serie verheerender Waldbrände vor allem in West- und Zentralrussland  ausgelöst. Rund 50 Menschen starben, gemäss Regierung verbrannte mindestens eine Million Hektar Land, ganze Ortschaften wurden zerstört. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte die Schäden auf mehr als 200 Mrd. Euro geschätzt, viel höher als von den Behörden angegeben. Insgesamt seien den Flammen mindestens zwölf Millionen Hektar zum Opfer gefallen.

Exportverbot wird möglicherweise verlängert

Die Katastrophe könne sich jederzeit wiederholen, hatte Greenpeace Ende August gewarnt. Forstexperten beklagen das Fehlen  von Feuerschutz und Frühwarnsystemen. Wegen der wochenlangen Dürre  waren grosse Teile der Ernte vernichtet worden. Putin kündigte wegen  der Einbussen an, möglicherweise das Exportverbot für Getreide über  den 31. Dezember 2010 hinaus zu verlängern.

Weizenpreise schossen an der Terminmärkten in die Höhe

Dies würde nach Einschätzung der Welternährungsorganisation der  Vereinten Nationen (UNO) aber keine neue Nahrungsmittelkrise  hervorrufen. Zwar dürfte dieser Schritt zu grösseren  Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten führen.

Aber zu einer Lebensmittelkrise wie vor zwei Jahren in den Entwicklungsländern  werde er nicht führen. Russland ist einer der grössten Weizenexporteure der Welt. Der Exportstopp hat den Preis an den Terminmärkten in die Höhe getrieben.


Artikel ausdrucken
Artikel per Mail versenden
Schrift vergrössern
sda [03.09.2010 19:11]
Das Wetter in
So
 
Mo
 
Di
Mehr Wetter » Mehr Wetter » Mehr Wetter »
-16° | -9°
-12° | -9°
-12° | -8°

»Zur Wetterübersicht