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Milchmarkt

Keine Nationale Mengensteuerung - BOM-Vorstand bekräftigt Entscheid

Die Branchenorganisation Milch (BOM) will gemäss Vorstandsentscheid vom Dienstag die Verantwortung für die Mengensteuerung stärker an die Markt- und Vertragspartner delegieren. Die BOM nimmt damit Abstand von einer Nationalen Mengensteuerung.

Damit reagiere die BOM auf die Branchenbedürfnisse und auf die liberalisierten Rahmenbedingungen, heisst es in einer Mitteilung. Mit verbindlichen Instrumenten soll jedoch die Erhaltung und Förderung der Wertschöpfung über alle Stufen gewährleistet werden. Der definitive Entscheid über die künftige Ausrichtung der BOM ist durch die Delegiertenversammlung im November zu fällen. Zudem hat der Vorstand den Richtpreis für das letzte Quartal des Jahres 2010 auf unverändert 65.0 Rp. pro kg Milch festgelegt.

Keine nationale Mengensteuerung

Der Vorstand der BOM bekennt sich mit einem verbindlichen Entscheid zum Seminarergebnis vom 2./3. September 2010. Die neu definierten Instrumente zur Stabilisierung des Milchmarktes fanden gemäss der Mitteilung sowohl auf Produzenten- wie auch auf der Verwerterseite eine mehrheitliche Zustimmung. «Die Erfahrung im ersten Jahr nach der Kontingentierung zeigt deutlich, dass eine Steuerung der Milchmenge auf nationaler Ebene sowohl von der Verwerter- wie auch von der Produzentenseite zunehmend auf Widerstand stösst», heisst es weiter.

Die zunehmend liberalisierten Märkte führten zu mehr Gestaltungsfreiraum aber auch zu mehr Verantwortung für die einzelnen Marktpartner. Aus dieser Erkenntnis müssten die aktuellen und reglementarisch vorgegebenen Rahmenbedingungen für eine nationale und kollektive Mengensteuerung überarbeitet und den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Marktakteure angepasst werden. Die Mengensteuerung soll primär in die Verantwortung der Vertragspartner delegiert werden.

Entscheide sollen konkretisiert werden

Zur Stabilisierung der Märkte und zur Erhaltung der Wertschöpfung über alle Stufen will die BOM jedoch verbindliche Rahmenbedingungen festlegen. Eine im Detail definierte und vertraglich verankerte Segmentierung des Milchkaufes soll verhindern, dass über den Marktbedarf gemolkene Mengen wertschöpfungsstarke Märkte und letztendlich die Produzentenpreise noch weiter bedrohten. Die Transparenz der Milchkaufverträge soll zudem die Kanalisierung der Milch hin zu möglichst wertschöpfungsstarken Absatzkanälen unterstützen. Die Details dieser Neuausrichtung werden an einer ausserordentlichen Vorstandssitzung konkretisiert und anschliessend der Delegiertenversammlung zum definitiven Entscheid vorgelegt.

Der Vorstand hat an der Sitzung vom 21. September 2010 zudem den Richtpreis für das letzte Quartal des Jahres 2010 festgelegt. Aufgrund der aktuellen Marktlage bleibt der Richtpreis unverändert bei 65.0 Rp. pro kg Milch.

Butterabräumung stockt weiterhin

Über die schon lange, aber nach wie vor nicht umgesetzte Sanierung des Butterbergs lässt die BOM in ihrer Mitteilung nichts verlauten. Auf Nachfrage lässt BOM-Geschäftsführer Daniel Gerber verlauten, dass die Butterabräumung thematisiert wurde und die Massnahme grundsätzlich weiter geführt werden solle: «Im Moment kommunizieren wir aber nicht weitere Details», so Gerber. Die für die Abräumung notwendigen 95 % der Beiträge seien aber nach wie vor nicht einbezahlt.


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sam [22.09.2010 09:14]
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