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Die Schweizer Butterlager sind seit Anfang Jahr wieder gewaltig am Wachsen. Mit 7311 Tonnen lagen letzte Woche +2499 Tonnen oder 51,9% mehr Butter als im Vorjahr an Lager. 2009 waren es in der gleichen Woche 4749 Tonnen. 2008, als die Kontingentierung noch in Kraft war, waren es gar nur 1788 Tonnen.
Strukturell 5000 bis 6000 Tonnen zu viel
«Wir haben bei der aktuellen Milchmenge strukturell 5000 bis 6000 Tonnen Butter pro Jahr zu viel», bestätigt Markus Zemp, Präsident der Branchenorganisation Milch (BOM). Zuerst müsse die Politik Grundpfeiler einschlagen, bevor die BOM über weitere Massnahmen befinde: «Wir warten den 22. Februar ab, wenn die WAK Ständerat über die Motion Aebi und allfällige Gegenvorschläge entscheidet.» Das Problem müsse diesen Frühling gelöst werden: «Wenn keine Lösung gelingt und der Butterpreis sinkt, dann wird auch der Milchpreis noch einmal sinken», so Zemp.
Lösung über Segmentierung
Auch die Vereinigung der Schweizerischen Milchindustrie (VMI) ist besorgt. «Die Entwicklung der Butterlager ist gravierend. Wir müssen in der BOM unbedingt Gegensteuer geben», sagt VMI-Geschäftsführer Lorenz Hirt. «Mit einer sauberen Segmentierung können wir das Butterproblem in der Branche lösen. Die Standardverträge liegen auf dem Tisch. Wenn wir das durchziehen, dann reichts, um das Butterlager in den Griff zu bekommen», ist er überzeugt. Wenn man den Butterpreis und damit auch den Milchpreis in der Schweiz hoch halten wolle, brauche es allenfalls einen Fettstützungsfonds. Die Abgabe für einen solchen Fonds müsste aus Sicht der VMI linear sein, also die ehemaligen Kontingentsmengen gleich hoch belasten wie die Mehrmengen.
Segmentierung reicht nicht
Anderer Meinung sind die Schweizer Milchproduzenten (SMP). Direktor Albert Rösti erläutert: «Das Butterproblem ist über die Segmentierung, wie das die BOM vorsieht, nicht lösbar.» Die einzige realistische Lösung zur Abräumung sei ein Fettstützungsfonds. «Die Produzenten wollen verursachergerechte Beiträge gemäss dem zur Motion Aebi eingereichten Kompromissvorschlag.» Vor allem die Mehrmengen würden so mit Abzügen belastet.
«Im Ausland steigen die Preise», fügt Rösti an. Die Schweiz könne davon aber nur profitieren, wenn die Überschussproblematik gelöst sei.