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Fromarte fordert die Weiterführung der Zulage für silagefreie Fütterung und einen angemessenen Rohstoffausgleich – sprich Verkäsungszulagen – zugunsten der Käsereimilch-Produzenten. Alle Delegierten unterzeichneten an der Delegiertenversammlung (DV) vom letzten Freitag in Neuenburg einen offenen Brief an Bundesrat Deiss und übergaben diesen einem Postboten, der ihn direkt nach Bern brachte. Fromarte will auf diese Weise «auf die Diskriminierung des Gewerbes in der Weiterentwicklung der AP 2011» aufmerksam machen.
Gegen «Umverteilung»
Bisher hat der Bund Produzenten unterstützt, die silagefreie Käsereimilch herstellen. In Zukunft sollen die Mittel laut Fromarte-Direktor Anton Schmutz «nach dem Giesskannenprinzip» in Form von Raufutterbeiträgen für Milchkühe auf alle Milchproduzenten verteilt werden. «Damit werden öffentliche Gelder vom offenen Käsemarkt zum geschützten Milchmarkt umverteilt», kritisiert Fromarte weiter im Brief an den Bundesrat. Der Bund fördere auf diese Weise die Milchverwertung zu Massenprodukten ohne Nachhaltigkeit. Somit werde der Käsemarkt, die so genannte «gelbe Linie», gegenüber der «weissen Linie», bestehend aus Milch, Milchprodukten und Butter, benachteiligt.
Schmutz kritisierte den Bundesrat, weil im bereits liberalisierten Käsemarkt die Bedingungen für erfolgreiche Käser schlecht seien. «Der Milchmarkt ist gespalten. Einerseits stehen die Schweizer Käser ab 2007 vollständig im liberalisierten Käsemarkt, anderseits wollen die Landwirte den Grenzschutz für Milchprodukte in der Schweiz möglichst hochhalten», beschrieb Schmutz die aktuelle Situation der Käser.
«SMP hat gleiches Ziel»
Stefan Hagenbuch – der als Vertreter der Schweizerischen Milchproduzenten (SMP) als Gast an der Fromarte-DV anwesend war – wollte den Fromarte-Delegierten klar machen, dass die «weisse Linie» gegenüber der «gelben Linie» nicht bevorteilt werde. Die Milchproduzenten würden die gleichen Interessen verfolgen wie die Käser. Laut Hagenbuch fordern nämlich auch die SMP, dass die Stützungszulagen im Rahmen der AP 2011 nicht abgebaut werden.
Auch Urs Markstein, Vertreter des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), ging auf die Sorgen der Käser ein. «Das BLW unterstützt die Schweizer Käsewirtschaft so lange wie möglich», verteidigte er die Vorschläge der AP 2011 an der DV. Aber da Marktstützungen international immer wie stärker geächtet würden, seien sie auch immer wie schwieriger durchzusetzen.
Nicht nur die Benachteiligung gegenüber der «weissen Linie», auch den Ausstieg aus der Milchkontingentierung sieht Fromarte als «eine staatliche Diskriminierung des Gewerbes» an. «Dank unserer politischen Intervention konnten wir Ausnahmeregelungen erreichen. So ist es nun auch einzelnen Käsereien unter besonderen Umständen möglich, vorzeitig aus der Kontingentierung auszusteigen», lobte Schmutz die Verdienste von Fromarte. Fromarte will nicht eine einzige Organisation für den Milchkontingentierungsausstieg anstreben, sondern setzt sich für Produzenten-Verarbeiter-Organisationen (PMOs) ein, die die Milchverarbeitung dezentral regeln. Die Nähe zur Milchproduktion und kurze Transportwege seien wesentliche Vorteile davon.
Zwei neue Vorstandsmitglieder
Anstelle von Daniel Camenzind aus Wila ZH wurde Albert Neff neu in den Zentralvorstand gewählt. Er führt die Molkerei Spittel in Wald im Zürcher Oberland und vertritt bei Fromarte die Region Ostschweiz.
Als Vorstandsmitglied vertritt Franz Schwegler, Sempbach Stadt LU, die Region Zentralschweiz. Er ist Käseeinkäufer bei Coop Schweiz und löst Thomas Inniger aus Hägglingen AG ab.