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AP 2011

AP 2011 entzweit Milchbranche

Die gewerblichen Käsereien befürchten ungleich lange Spiesse gegenüber der Milchindustrie infolge des Milchstützungsabbaues und der Öffnung der "Käse"-Grenzen.

Der Abbau der Milchmarktstützungen als Folge der Agrarpolitik 2011 stand im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung der Fromarte vom Donnerstag, 7. April in Bern.

Fromarte-Direktor Anton Schmutz sprach von dem Ungleichgewicht, welches der Stützungsabbau durch die Neuausrichtung der Agrarpolitik in der Milchbranche zwischen der "gelben" und der „weissen Linie“ provoziere. Auf der einen Seite stünden die Käsereien, welche sich durch die Liberalisierung des Käsemarktes ungeschützt von Zöllen behaupten müssten, auf der anderen die zollgeschützten, industriellen Milchverarbeiter mit den "weissen" Milchprodukten.

Preisausgleich spielt immer weniger

Die Kürzung der Zulagen für verkäste Milch und silagefreie Fütterung würde es erschweren, Milch zu international wettbewerbsfähigen Bedingungen einzukaufen, beklagt Schmutz. Dagegen würde die „monopolisierte“ Milchindustrie, welche grösstenteils für den Binnenmarkt produziere, zusätzlich noch von der Verbilligung der Rohstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln im Export (Schoggigesetz) profitieren.

„Ein Schokoladehersteller wie Nestlé, ein Guetzi-Hersteller wie Kambly und Caffe Latte-Produzenten wie Emmi können Rohstoff zum Export verbilligt einkaufen und profitieren zudem vom Grenzschutz. Wir Dorfkäser müssen zu Schweizer Hochpreis-Bedingungen produzieren und uns im rauen Export mit schwindendem Rückenwind durch Bundesgelder behaupten“, bringt Schmutz das Dilemma seiner Käser auf den Punkt.

„Wenn wir Käser die Folgen der AP in dieser Form tragen müssen, dann plädieren wir darauf, dass auch die für die „weisse“ Linie der Zollschutz abgebaut wird“, droht Schmutz den Verarbeitern.

Politiker sensibilisieren für Gewerbler

Die Fromarte will sich nun auf politischer Ebene zusammen mit der Vereinigung der silofreien Milchproduzenten und den Sortenorganisationen für die Beibehaltung der Zulagen für verkäste Milch und silagefreie Fütterung einsetzen.

Käser haben Opfer gebracht

Gemäss AP 2011 soll den Bauern der 600-fränkigen Raufutterverzehrerbeitrag die Preisausfälle nach den Stützungskürzungen kompensieren, sieht Schmutz voraus. Die Käsereien jedoch müssten den Verlust ohne Kompensation tragen.

Seit dem Jahr 2000 wurde 11,2 Rp./kg Milch an Milchstützungsbeiträgen abgebaut, rechnete Schmutz den Delegierten in Bern vor. Der Produzenten-Milchpreis sei seither aber „nur“ um 4,54 Rp. gesunken. „Das heisst, dass die Verarbeiter und der Markt seither 6,66 Rp./kg Milch verloren haben. Da sollen die Bauern nicht sagen, die Verarbeiter hätten keine Opfer gebracht“, meint Schmutz.

Ausserdem hätten im gleichen Zeitraum etliche Käsereien dicht gemacht und die Familien anderweitig ein Einkommen suchen müssen. Beim „Problemkind“ Emmentaler sei der Strukturwandel am eindrücklichsten: Von 459 Käsereien im 2000 rollten heute nur noch bei 210 Laibe über die Rampen.

Über Ausstieg Milchkontingentierung nicht aktiv informieren

„Wir Käser sind nicht gegen die Bauern. Wir arbeiten täglich zusammen und sind auf ihre gute Milch angewiesen“, meint ein Delegierter und spricht damit das Engagement der SMP (Schweizer Milchproduzenten) zugunsten von Produzentenorganisationen an und gegen PMO (Produzenten-Milchverarbeiter-Organisationen) an. Dieses wurde vom Fromarte-Direktor Anton Schmutz' Rede vor den Delegierten gar als „Hirnwäsche“ betitelt.

Es sei zwar nicht Politik der Fromarte, aktiv über mögliche Wege zum Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung zu informieren, meinte Schmutz. Sie unterstütze jedoch Käser, welche ihre Milchproduzenten objektiv über Wege in die neue Milchmarktordnung aufklärten, gibt Schmutz zu Protokoll.

"Uns fehlt schlicht das personelle Potenzial, im gleichen Rahmen Aufklärungsarbeit zu leisten, wie es die SMP vermag", erklärt Schmutz gegenüber Schweizer Bauer.

Das Bundesamt für Landwirtschaft biete jedoch Hand für PMOs, welche auch mit weniger al

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Barbara Pokorny [08.04.05]
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