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Die WTO stellte am 19. April 2006 in Genf ihren Bericht zu China vor, in dem sie das erste Mal seit Beitritt des Landes zu der Organisation im Jahr 2001 dessen Handelspolitik untersuchte. Die WTO begrüsste darin die Öffnung der chinesischen Wirtschaft für Handel und Investitionen aus dem Ausland.
Armut zurückgegangen
Die Reformen hätten aus China die drittstärkste Handelsmacht der Welt gemacht, schreibt die WTO. Mit einer jährlichen durchschnittlichen Zunahme von 9 Prozent habe sich das Bruttoinlandprodukt (BIP) seit 1978 verneunfacht.
Die Armut in dem Land sei deutlich zurückgegangen: Der Anteil der als arm geltenden Bevölkerung lag 1990 bei 73 Prozent, im Jahre 2003 nur noch bei 32 Prozent. Allerdings habe China noch einiges zu tun, um die weiterhin bestehenden Ungleichgewichte - etwa beim Einkommen in der Bevölkerung - zu beseitigen.
Lohnungleichheit und Arbeitslosigkeit
Die Lohnungleichheiten hätten sich verschärft, besonders zwischen der Bevölkerung in Küsten- und Binnenregionen sowie zwischen jener von Stadt und Land.
Die Fortsetzung der Strukturreformen wird gemäss Prognose der WTO die Arbeitslosigkeit in einigen Sektoren erhöhen. Um diese Entwicklung abzuwenden, müssten in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Mio. Arbeitsplätze geschaffen werden, heisst es in dem Bericht.
Weitere Liberalisierung nötig
China müsse vermutlich auch seine Währungspolitik überdenken, um Kapital für exportorientierte Produktionen anzuziehen. Ausserdem müsse dem Abbau von Hindernissen bei der Ausweitung des Dienstleistungssektors mehr Bedeutung beigemessen werden. Handlungsbedarf sieht die WTO schliesslich auch beim Umweltschutz.
Die WTO stellt über ihre Mitglieder, derzeit 149, regelmässig Berichte zusammen, in denen geprüft wird, ob die Handelspolitik den WTO-Regeln für eine freie Handelspolitik entspricht.